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Unternehmer Regensburg: Was plant Schaeffler am Standort?
Schaeffler plant auch in Regensburg Einschnitte: Laut IG Metall sind 113 Stellen in Entwicklung und Verwaltung betroffen. Was bislang bekannt ist.

Am Schaeffler-Standort Regensburg sollen nach Angaben der IG Metall **113 Stellen in Forschung und Entwicklung sowie in der Verwaltung** entfallen. Schaeffler selbst nennt den Standort für Kapazitäts- und Strukturanpassungen, veröffentlicht in seiner Mitteilung vom 3. November 2026 aber keine eigene lokale Stellenzahl. Für **Unternehmer Regensburg** ist deshalb wichtig, zwischen einem angekündigten Abbauplan und bereits vollzogenen Kündigungen zu unterscheiden.
Konzernweit plant der Automobil- und Industriezulieferer einen Nettoabbau von **3.460 Stellen in Europa**, davon rund 2.660 in Deutschland. Die strukturellen Maßnahmen sollen überwiegend 2027 und 2028 umgesetzt werden. Die Ankündigung betrifft neben der unmittelbaren Beschäftigung auch die Frage, welche Entwicklungsaufgaben künftig am Standort bleiben.
## Was ist für den Standort Regensburg konkret geplant?
Die IG Metall Bayern ordnet die **113 vorgesehenen Stellen** in Regensburg den Bereichen Forschung und Entwicklung (F&E) sowie Verwaltung zu. Wie sich die Zahl auf einzelne Abteilungen verteilt und welche konkreten Arbeitsplätze betroffen wären, geht aus den veröffentlichten Angaben nicht hervor. Ebenso ist noch nicht geklärt, wie viele Stellen durch interne Wechsel oder freiwillige Vereinbarungen entfallen könnten.
Regensburg gehört nicht zu den vier deutschen Standorten, die Schaeffler schließen will. Während für Dortmund, Berlin, Schwalbach und Morbach Schließungen vorgesehen sind, spricht das Unternehmen für Regensburg von Anpassungen. **Eine Standortschließung in Regensburg wurde nicht angekündigt.** Für **Unternehmer Regensburg** ist die angekündigte Zahl damit eine Planungsgröße und keine Mitteilung über bereits ausgesprochene Kündigungen.
## Warum baut Schaeffler erneut Stellen ab?
Der Konzern verweist auf die schwierige Lage des europäischen Automobilgeschäfts. Eine schwächere Nachfrage nach Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor, der verzögerte Hochlauf der Elektromobilität und intensiver Wettbewerb belasteten das Geschäft. Schaeffler will deshalb Überkapazitäten reduzieren, Entwicklungskapazitäten anpassen und organisatorische Strukturen vereinfachen.
Europaweit sollen etwa **50 Prozent** des vorgesehenen Nettoabbaus auf die Produktion, **30 Prozent** auf Forschung und Entwicklung und **20 Prozent** auf weitere Funktionsbereiche entfallen. Diese Verteilung beschreibt das gesamte Programm und darf nicht auf Regensburg übertragen werden. Schaeffler rechnet ab 2030 mit einer jährlichen Ergebnisverbesserung von rund 300 Millionen Euro; der einmalige Aufwand wird auf etwa 480 Millionen Euro beziffert.
## Wie bewerten Unternehmen und IG Metall die Maßnahmen?
Schaeffler betont sein langfristiges Bekenntnis zu Deutschland und sieht Chancen in neuen Geschäftsfeldern, darunter humanoide Robotik und Verteidigung. Die Strategie soll das Unternehmen breiter aufstellen und rückläufige Aktivitäten teilweise durch neues Geschäft ersetzen. Ob dadurch bestimmte Arbeitsplätze in Regensburg entstehen oder erhalten bleiben, nennt die Mitteilung nicht. Eine mögliche **Internationalisierung** neuer Aktivitäten wäre ebenfalls kein Beleg für konkrete regionale Beschäftigungseffekte.
IG Metall und Konzernbetriebsrat kritisieren dagegen den erneuten Personalabbau und verlangen ein belastbares Zukunftskonzept. Sie wollen wissen, welche Produkte künftig an welchen deutschen Standorten entwickelt und gefertigt werden und wo Investitionen geplant sind. Besonders umstritten ist, dass bereits 2024 ein Abbauprogramm angekündigt wurde und inzwischen weitere Altersteilzeitverträge abgeschlossen wurden. Diese älteren Maßnahmen dürfen nicht einfach mit den neuen Regensburger 113 Stellen gleichgesetzt werden.
## Wann sollen Stellen wegfallen und welche Lösungen sind vorgesehen?
Schaeffler plant, die strukturellen Änderungen überwiegend in den Jahren **2027 und 2028** umzusetzen. Nach Unternehmensangaben soll dies im Dialog mit Arbeitnehmervertretungen möglichst sozialverträglich geschehen, etwa über Fluktuation, interne Versetzungen oder freiwillige Programme. Konkrete Vereinbarungen für einzelne betroffene Personen am Standort Regensburg sind damit noch nicht veröffentlicht.
Zusätzlich kündigt Schaeffler einen sogenannten Solidaritätsbeitrag an: Ein zeitlich begrenzter freiwilliger Gehaltsverzicht über verschiedene Hierarchieebenen hinweg soll die Personalkosten 2027 und 2028 senken. Die Ausgestaltung muss noch mit zuständigen Gremien abgestimmt werden. Der Beitrag ist damit kein bereits verbindlich festgelegter Gehaltsabzug. Die IG Metall fordert vor Verhandlungen zunächst verbindliche Perspektiven für Standorte, Beschäftigung und Investitionen.
## Unternehmer Regensburg: Was sollten Betriebe jetzt prüfen?
Für den **Wirtschaftsstandort Regensburg** ist die angekündigte Anpassung ein Anlass, industrielle Abhängigkeiten nüchtern zu betrachten. Zulieferer und Dienstleister sollten prüfen, ob eigene Aufträge unmittelbar vom betroffenen Standort abhängen; ein pauschaler Rückgang regionaler Nachfrage ist aus der Mitteilung nicht ableitbar. **Fachkräfte** benötigen vor allem verlässliche Informationen über ihre tatsächlichen Bereiche und die nächsten betrieblichen Schritte.
Eine kurze Bestandsaufnahme hilft, ohne bereits wirtschaftliche Folgen zu behaupten:
- **Aufträge:** Bestehen konkrete Verträge oder Projekte mit Schaeffler, deren Fortgang geklärt werden muss?
- **Personal:** Welche Kompetenzen wären bei Veränderungen im regionalen Arbeitsmarkt relevant?
- **Investitionen:** Welche Vorhaben hängen von einzelnen industriellen Auftraggebern ab?
- **Kommunikation:** Welche Informationen stammen vom Unternehmen, welche von Arbeitnehmervertretungen?
- **Planung:** Welche Entscheidungen sollten bis zu konkreten Standortvereinbarungen offenbleiben?
Für **Gründer** und **Investoren** kann die Entwicklung Hinweise auf den Wandel industrieller Geschäftsmodelle liefern, aber keine verlässliche Prognose für einzelne Unternehmen. Bei einer **Unternehmensnachfolge** sollten ähnlich wie bei anderen langfristigen Planungen Konzentrationsrisiken dokumentiert sein. Im regionalen Austausch, etwa bei **City's Business Talk** mit Impulsen, offenen Diskussionen und After-Work-Networking, lassen sich solche Fragen besprechen, ohne Beschäftigungsentscheidungen vorwegzunehmen.
## Fazit
Nach der am 3. November 2026 veröffentlichten Planung sind am Schaeffler-Standort Regensburg laut IG Metall **113 Stellen in Forschung und Entwicklung sowie Verwaltung** betroffen. Der Konzern bestätigt geplante Strukturanpassungen für den Standort, nennt öffentlich jedoch keine eigene Zahl dafür. Für **Unternehmer Regensburg** bleibt entscheidend, dass es sich um vorgesehene Maßnahmen und nicht um bereits abgeschlossene Entlassungen handelt.
Die Gespräche mit den Arbeitnehmervertretungen und die künftige Aufgabenverteilung werden zeigen, wie sich die Planungen konkret auswirken. Wenn Sie die industrielle Entwicklung mit anderen Menschen aus der Region diskutieren möchten, besuchen Sie eines der nächsten [City's Business Talk Events](https://www.citysbusinesstalk.de/events).
## Häufig gestellte Fragen
### Wie viele Stellen sollen bei Schaeffler in Regensburg entfallen?
Laut IG Metall sind am Standort **113 Stellen** vorgesehen. Schaeffler selbst nennt in seiner Mitteilung keine gesonderte Regensburger Stellenzahl.
### Welche Bereiche sind in Regensburg betroffen?
Die IG Metall nennt Forschung und Entwicklung sowie Verwaltung. Eine öffentlich bestätigte Aufteilung auf einzelne Teams liegt bislang nicht vor.
### Wird Schaeffler den Standort Regensburg schließen?
Nein, eine Schließung des Regensburger Standorts ist nicht angekündigt. Schaeffler spricht dort von Kapazitäts- und Strukturanpassungen.
### Wie viele Arbeitsplätze will Schaeffler insgesamt abbauen?
Europaweit plant der Konzern einen Nettoabbau von rund 3.460 Stellen, davon etwa 2.660 in Deutschland. Diese Zahlen beziehen sich auf das neue Programm und nicht nur auf Regensburg.
### Wann sollen die Veränderungen umgesetzt werden?
Die strukturellen Maßnahmen sind überwiegend für 2027 und 2028 vorgesehen. Wie sie sich auf einzelne Beschäftigte auswirken, hängt von der weiteren Umsetzung und den Gesprächen mit den Arbeitnehmervertretungen ab.
### Was fordert die IG Metall?
Sie verlangt ein belastbares Zukunftskonzept mit Aussagen zu Produkten, Investitionen und Beschäftigung an den deutschen Standorten. Erst auf dieser Grundlage will die Arbeitnehmerseite über die geplanten Maßnahmen sprechen.