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Unternehmensnachfolge: Eine unterschätzte Chance für internationale Unternehmer
In den kommenden Jahren suchen tausende bayerische Unternehmen eine Nachfolge. Für Unternehmer und Investoren aus dem Ausland kann die Übernahme eines bestehenden Betriebs eine interessante Alternative zur Neugründung sein.

Wer unternehmerisch in Deutschland aktiv werden möchte, denkt meistens zuerst an eine Neugründung.
Doch es gibt einen zweiten Weg, der in den kommenden Jahren erheblich an Bedeutung gewinnen dürfte: die Übernahme eines bestehenden Unternehmens.
In Bayern steht ein umfangreicher Generationenwechsel bevor. Viele Unternehmerinnen und Unternehmer erreichen das Alter, in dem sie ihren Betrieb übergeben möchten. Gleichzeitig findet sich nicht in jeder Familie ein geeigneter Nachfolger.
Für die Wirtschaft entsteht dadurch eine große Herausforderung – aber auch eine Chance.
Gerade für erfahrene Unternehmer aus dem Ausland kann eine Unternehmensnachfolge eine interessante Möglichkeit für den Markteintritt in Deutschland sein.
Im Unterschied zu einer klassischen Neugründung existieren bei einem etablierten Unternehmen bereits Kunden, Mitarbeiter, Lieferanten, Prozesse und häufig auch ein bekannter Name am Markt.
Natürlich ist eine Übernahme kein Selbstläufer.
Unternehmensbewertung, Finanzierung, steuerliche Fragen, Verträge, bestehende Verpflichtungen und die zukünftige Strategie müssen sorgfältig geprüft werden.
Auch die menschliche Seite spielt eine wichtige Rolle.
Viele mittelständische Unternehmer haben ihren Betrieb über Jahrzehnte aufgebaut. Bei der Suche nach einem Nachfolger geht es deshalb oftmals nicht ausschließlich um den höchsten Kaufpreis. Vertrauen, die Weiterbeschäftigung der Mitarbeiter und die zukünftige Entwicklung des Unternehmens sind häufig ebenso wichtig.
Hier kann gerade internationales Unternehmertum neue Perspektiven schaffen.
Ein neuer Eigentümer kann bestehende regionale Stärke mit zusätzlichen Auslandskontakten, neuen Absatzmärkten oder internationalen Lieferketten verbinden.
Für eine Wirtschaftsregion wie Regensburg ist das besonders interessant.
Unternehmensnachfolge und internationale Ansiedlung müssen nicht getrennt betrachtet werden. In manchen Fällen können sie Teil derselben Lösung sein.
Ausländische Unternehmer müssen nicht zwangsläufig bei null anfangen – und regionale Unternehmen müssen nicht zwangsläufig geschlossen werden, wenn innerhalb der Familie kein Nachfolger vorhanden ist.
Wenn beide Seiten zusammengebracht werden, können daraus neue Zukunftsperspektiven für den Mittelstand entstehen.